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Haus zum Kaufen: Ihre Möglichkeiten

Ein Haus zum Kaufen zu finden gelingt über Makler, Immobilienportale, private Verkäufer oder Auktionen – hier lesen Sie, welcher Weg zu Ihnen passt.

Autor
Sabine Wegener
Veröffentlicht
Kategorie
Wohnung kaufen
Lesezeit
6 Min.
Haus zum Kaufen: Ihre Möglichkeiten

Wer ein Haus zum Kaufen sucht, hat heute deutlich mehr Auswahl an Vertriebswegen als noch vor zehn Jahren: Maklerbüros, Immobilienportale, Bauträger, Zwangsversteigerungen und private Verkäufer bieten jeweils eigene Vorteile, Kosten und Risiken. Wer gezielt ein Haus kaufen möchte, ohne über einen Makler zu gehen, findet die vertiefenden Details dazu im Grundlagenartikel dieser Reihe zum Hauskauf von privat. Hier geht es um die übergeordnete Frage: Welche Kaufwege gibt es überhaupt, und wie erkennen Sie, welcher für Ihre Situation der richtige ist?

Immobilienportale und Makler: der klassische Weg zum Haus

Der Großteil der Angebote, wenn Sie ein Haus zu kaufen suchen, läuft weiterhin über große Immobilienportale und Maklerbüros. Dort finden Sie standardisierte Exposés mit Grundriss, Energieausweis-Angaben, Fotos und einem festen Angebotspreis, der meist Verhandlungsspielraum enthält. Der Ablauf ist eingespielt: Suchprofil anlegen, Exposé anfordern, Besichtigungstermin vereinbaren, bei Interesse ein Kaufangebot abgeben und anschließend den Notartermin vorbereiten.

Der Vorteil liegt in der Struktur: Makler prüfen in der Regel grundlegende Unterlagen wie Grundbuchauszug, Flurkarte und Energieausweis vorab, moderieren Preisverhandlungen und begleiten bis zur Beurkundung. Dafür fällt eine Maklerprovision an, die je nach Region und vertraglicher Regelung zwischen Käufer und Verkäufer aufgeteilt wird oder komplett von einer Seite getragen wird – die genaue Höhe und Verteilung sollten Sie vor der ersten Besichtigung schriftlich klären, da sich die Regelungen von Bundesland zu Bundesland unterscheiden können.

Typische Fehler auf diesem Weg entstehen durch Zeitdruck: Mehrfachbesichtigungen am selben Tag, künstlich verknappte Angebote oder überhöhte Einstiegspreise, die auf eine schnelle Reaktion abzielen. Lassen Sie sich dadurch nicht zu einer übereilten Zusage drängen, sondern bestehen Sie auf Einsicht in Grundbuch, Teilungserklärung (bei Doppel- oder Reihenhäusern) und vorhandene Baugenehmigungen, bevor Sie ein verbindliches Angebot abgeben.

Haus zum Kaufen von privat finden

Wer ein Haus zum Kaufen von privat sucht, umgeht damit häufig die Maklerprovision und kommt in direkten Kontakt mit dem Eigentümer, der oft mehr über Sanierungshistorie, Nachbarschaft und tatsächliche Bauzustände erzählen kann als ein Makler. Klassische Fundorte für ein Haus zu kaufen privat sind Kleinanzeigenportale, private Verkaufsanzeigen ohne Maklerhinweis, Aushänge in der Zielregion, lokale Tageszeitungen und Mundpropaganda über Handwerker, Notare oder Vereine vor Ort.

Der Weg über einen privaten Verkäufer verlangt jedoch mehr Eigeninitiative bei der Prüfung:

  • Grundbuchauszug selbst beim Grundbuchamt beantragen, da kein Makler diesen vorab bereitstellt
  • Energieausweis aktiv einfordern – er muss spätestens bei der Besichtigung vorliegen
  • Altlasten, Baulasten und mögliche Erbbaurechte gezielt erfragen, da Privatverkäufer diese Punkte nicht immer von sich aus ansprechen
  • Bei Erbengemeinschaften klären, ob wirklich alle Miterben dem Verkauf zugestimmt haben

Wer ein Haus zu kaufen von privat plant, sollte außerdem einplanen, dass private Verkäufer oft weniger Verhandlungserfahrung haben und emotional stärker an der Immobilie hängen – das kann Preisverhandlungen erschweren, aber auch persönliche Zugeständnisse etwa bei mitverkauftem Inventar ermöglichen. Die konkreten Schritte für Verhandlung, Reservierungsvereinbarung und Notarvorbereitung bei einem Privatkauf sind im Grundlagenartikel dieser Serie ausführlich beschrieben.

Neubau vom Bauträger oder bestehende Immobilie?

Neben dem Kauf einer bestehenden Immobilie ist der Erwerb eines Neubaus vom Bauträger eine eigenständige Option, wenn Sie ein Haus kaufen wollen, aber keine passende Bestandsimmobilie finden. Bei einem Bauträgervertrag kaufen Sie meist ein noch nicht fertiggestelltes Haus nach Plan; die Zahlungen erfolgen gestaffelt nach Baufortschritt gemäß den gesetzlichen Vorgaben der Makler- und Bauträgerverordnung. Das reduziert Ihr Zahlungsrisiko, macht aber den gesamten Ablauf von Planungsänderungen und Fertigstellungsterminen des Bauträgers abhängig.

Bei einer Bestandsimmobilie hingegen ist der Zustand des Hauses zum Zeitpunkt der Besichtigung bereits final – Sie kaufen, was Sie sehen, inklusive möglicher Sanierungsrückstände, aber auch ohne Bauzeitrisiko. Der Notartermin findet in der Regel zeitnah nach Einigung statt, und Sie können meist innerhalb weniger Monate einziehen, sofern kein Mieter im bestehenden Mietverhältnis wohnt.

Häufige Probleme beim Neubaukauf sind Bauverzögerungen, Nachträge für zusätzliche Ausstattung, die im Grundpreis nicht enthalten waren, und im schlechtesten Fall eine Insolvenz des Bauträgers während der Bauphase. Prüfen Sie deshalb vor Vertragsunterschrift die Bonität und Referenzprojekte des Anbieters und lassen Sie sich die vereinbarten Fertigstellungstermine mit Vertragsstrafen bei Verzug absichern. Bei einer Bestandsimmobilie liegt das größere Risiko dagegen in verdeckten Mängeln wie Feuchtigkeit im Keller oder veralteter Elektrik – ein technischer Gutachter vor Kaufabschluss ist hier die sinnvollste Absicherung.

Zwangsversteigerung und weitere Sonderwege

Ein weniger bekannter, aber durchaus relevanter Weg, um ein Haus zum Kaufen zu finden, führt über die Zwangsversteigerung beim zuständigen Amtsgericht. Solche Objekte werden meist deutlich unter dem regulären Marktwert aufgerufen, verlangen aber besondere Vorsicht: Eine Innenbesichtigung ist häufig nicht möglich, und Sachmängelhaftung besteht in der Regel nicht wie beim regulären Kauf. Zudem müssen Sie zum Versteigerungstermin eine Sicherheitsleistung von in der Regel zehn Prozent des Verkehrswertes nachweisen, oft per Bankbürgschaft oder Verrechnungsscheck.

Wichtige Besonderheiten bei der Zwangsversteigerung:

  1. Das Verkehrswertgutachten des Gerichts vorab einsehen und selbst kritisch prüfen
  2. Die sogenannte Sieben-Zehntel- und Fünf-Zehntel-Grenze beachten, unterhalb derer Gebote unter bestimmten Voraussetzungen zurückgewiesen werden können
  3. Sich vor dem Termin über bestehende Grundschulden und Rechte Dritter informieren, die mit ersteigert werden können
  4. Einplanen, dass ein möglicher bisheriger Bewohner nicht automatisch zum Auszug verpflichtet ist

Neben der Zwangsversteigerung gibt es weitere Sonderfälle: Erbengemeinschaften verkaufen mitunter über spezialisierte Vermittler, kommunale Grundstücke werden über Vergabeverfahren mit Kriterienkatalog statt reinem Höchstgebot vergeben, und manche Eigentümer bieten ihr Haus zunächst nur im engeren Bekanntenkreis an, bevor es öffentlich inseriert wird. Wer flexibel bei Region und Objekttyp ist, profitiert davon, mehrere dieser Wege parallel zu verfolgen, statt sich auf eine einzige Quelle zu verlassen.

Kosten und Fallstricke im Vergleich

Jeder Kaufweg verschiebt Kosten, Aufwand und Risiko unterschiedlich zwischen Käufer und Verkäufer. Die folgende Übersicht ordnet die wichtigsten Punkte grob ein – die tatsächlichen Werte hängen stark von Region, Objekt und individueller Vertragsgestaltung ab und sollten vor einer Entscheidung mit Makler, Notar oder Anwalt verifiziert werden.

KaufwegTypische ZusatzkostenPrüfaufwand für KäuferHäufigstes Risiko
Makler/PortalMaklerprovision, je nach VereinbarungMittel, Unterlagen meist vorbereitetÜberhöhter Angebotspreis, Zeitdruck
PrivatverkaufKeine oder reduzierte ProvisionHoch, Käufer holt Unterlagen selbst einFehlende Unterlagen, unklare Erbverhältnisse
Neubau/BauträgerRatenzahlung nach BaufortschrittMittel, Bonität des Bauträgers prüfenBauverzug, Insolvenz des Anbieters
ZwangsversteigerungSicherheitsleistung, oft kein GewährleistungsanspruchSehr hoch, keine Innenbesichtigung möglichVerdeckte Mängel, bestehende Rechte Dritter

Unabhängig vom gewählten Weg fallen zusätzlich die üblichen Erwerbsnebenkosten an: Grunderwerbsteuer, Notar- und Grundbuchkosten sowie gegebenenfalls Maklerprovision. Diese Posten sollten Sie bei jedem Kaufweg von Anfang an in Ihre Finanzierungsplanung einrechnen, da sie unabhängig davon anfallen, ob Sie über einen Makler, privat oder auf einer Auktion kaufen.

Fazit: Welcher Weg passt zu Ihrer Situation?

Es gibt nicht den einen richtigen Weg, um ein Haus zum Kaufen zu finden – die Wahl hängt davon ab, wie viel Zeit, Verhandlungserfahrung und Risikobereitschaft Sie mitbringen. Wer Struktur und Begleitung schätzt, ist mit Maklerangeboten meist besser beraten; wer Provisionskosten sparen und direkten Kontakt zum Verkäufer haben möchte, sollte gezielt nach privaten Angeboten suchen. Neubauten eignen sich für Käufer mit Geduld und individuellen Vorstellungen, Zwangsversteigerungen eher für erfahrene Käufer mit belastbarer Finanzierung und Risikopuffer. In jedem Fall lohnt es sich, Grundbuch, Energieausweis und – wo möglich – ein Gutachten vor der Unterschrift prüfen zu lassen, statt sich allein auf die Angaben des Anbieters zu verlassen.

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